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Bis zum 30. Juni 2010 war ich stolze Besitzerin eines deaktivierten Facebook Kontos. "Facebook, nein Danke!", sagte ich immer.
Und nun kann man fast täglich etwas auf Facebook über mich lesen. Was war geschehen?
Eigentlich beginnt alles immer ganz harmlos. Für die Schule wollte ich Ende Juni unbedingt ein paar Zusammenfassungen herunterladen. Dies war aber nur für registrierte Benutzer möglich. "Registrieren sie sich oder benutzen sie ihren Facebook Account" stand da.
Facebook Account? So einen hatte ich doch auch mal eröffnet. Wie war denn noch gleich das Passwort? Einen Versuch und tataaaa: "Willkommen zurück bei Facebook". OK, dann nur schnell die Zusammenfassungen herunterladen und den Account gleich wieder deaktivieren.
Obwohl... so schnell einen Gruss könnte ich schon noch senden! Die werden Augen machen! Also kurz "juhuuu" abgesendet und prompt schon eine Antwort erhalten! Wow, das geht ja schnell... Und Freundschaftsanfragen hab ich auch schon wieder...
Mir wird schnell bewusst, warum ich das Konto damals nach rund einem Monat deaktiviert hatte. Ich finde die Plattform relativ unübersichtlich (ok, jetzt habe ich mich daran gewöhnt). Dann gab es eine Zeitlang -zig Anfragen von Spielen, Hugs, Geschenke, Tieren… was auch immer. Und dann das Wort „Freunde“! Da frage ich mich immer, darf ich nun der oder dem eine Freundschaftsanfrage senden? Wir sind doch gar keine Freunde! Jedenfalls nicht nach meinem Massstab. Zum Glück sind aber meine Mitmenschen nicht so kompliziert wie ich und klicken einfach mal drauf los.
Und nun, wir schreiben den 3. August, und Facebook ist immer noch aktiv. Sogar auf meinem iPhone! Das "ich habe halt kein Facebook Account" zählt nicht mehr. Hätte ich ein "Not on Facebook" T-Shirt gekauft, ich müsste es verschenken...
Doch warum dieser Sinneswandel?
Zum einen habe ich mich etwas daran gewöhnt, dass halt nun alle "Freunde" sind. Warum auch nicht. 
Dann finde ich es schon praktischer, kurz einen Satz ins Facebook zu schreiben, als hier was zu bloggen. Kurz mit dem Handy ein Foto geknipst (gut mit dem iPhone 3G sind die nicht wirklich toll, aber dafür gibts eben ein Facebook App), ein Kommentar dazu und hochladen das Ganze.
Auch ist es doch Unterhaltsam, was die Anderen so schreiben!
Und es ist einfacher für mich, mit Menschen, die ich nicht so gut kenne, so in Kontakt zu kommen oder zu bleiben.
Und meine Eltern sind auch grad Informiert, was so läuft. 
Zudem denke ich, wenn ich nur Informationen rein schreibe, die eh alle wissen dürfen, dann muss ich auch keine Angst haben, wenn es mal wieder irgendwo heisst: "Daten von 100 Millionen Facebook-Profilen ausgelesen". Ist doch mir egal!
Fürs geschäftliche hab ich ja noch Xing... Für mehr bla, bla diesen Blog hier und ein weiterer Blog bei Google... Wenn mir da nur mal nicht die Erlebnisse des Lebens ausgehen 
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